ORGANIC hierunter verstehen wir den Einsatz natürlicher Fasern oder biologisch angebauter Rohstoffe. Organic Cotton spart viel Wasser und Pestizide. Nachhaltige Marken verwenden zunehmend auch Alternativen wie die Naturfasern Lyocell oder zertifizierte Viscose vom deutschen Hersteller Lenzing.

 

Organic Cotton

FOLGEN DES BAUMWOLLANBAUS: Baumwolle ist eine für Krankheiten und Schädlinge anfällige Pflanze. Für kein anderes landwirtschaftliches Anbauprodukt werden so viele Pflanzengifte eingesetzt wie für Baumwolle. Pro Saison wird Baumwolle durchschnittlich 20 Mal mit Ackergiften aller Art besprüht. Überall dort, wo die Baumwolle maschinell gepflückt wird, kommt kurz vor der Ernte auch noch einmal ordentlich Gift auf das Feld. Denn um die Pflückmaschinen effektiv einsetzen zu können, müssen die Pflanzen chemisch entlaubt werden. Obwohl Baumwolle nur auf 2,5 Prozent der weltweit verfügbaren landwirtschaftlichen Nutzfläche angepflanzt wird, werden 16 Prozent aller Insektizide auf Baumwolläckern verspritzt. Baumwolle ist eine durstige Pflanze. Riesige Mengen an wertvollem Süßwasser geht für die Bewässerung der Baumwollplantagen verloren. Die künstliche Bewässerung auf den Baumwollfeldern führt zu einer Versalzung der Böden und zu einem Rückgang der Erträge. Außerdem lässt sie den Grundwasserspiegel sinken und gräbt vielen Menschen das Trinkwasser ab. Für die Feldbewässerung werden oftmals Flüsse aufgestaut, um das Wasser umzuleiten – mit vielerorts verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt.

99 Prozent der Baumwollbauern leben in Entwicklungsländern und produzieren 75 Prozent der weltweiten Baumwollernte. Der Pestizideinsatz macht viele Bauern krank und das Einkommen reicht in den meisten Fällen gerade zum Überleben. 98 Millionen Kindern müssen weltweit in der Landwirtschaft arbeiten. Auch beim Anbau und der Ernte von Baumwolle ist Kinder- und Zwangsarbeit in vielen Ländern traurige Realität. Hauptproduzenten sind China und Indien mit einem Erntevolumen von jeweils über 6 Mio. Tonnen Baumwolle pro Jahr, gefolgt von den USA mit etwa 3 Mio. Tonnen pro Jahr. Die jährliche Baumwollernte von etwa 25 Millionen Tonnen macht ein Viertel der weltweiten Textilfaserproduktion aus.

„Die jährliche Baumwollernte von etwa 25 Millionen Tonnen
macht ein Viertel der weltweiten Textilfaserproduktion aus.“

VORTEILE VON BIO-BAUMWOLLE: Organic-Cotton wird nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus produziert. Im Gegensatz zum konventionellen Baumwollanbau ist der Einsatz von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verboten. Für den Erhalt und die Verbesserung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit wird mit Mist und Kompost gedüngt. Dadurch erhöht sich der Humusanteil des Bodens, der so mehr Wasser und CO2 speichern kann. Zusätzlich verringert sich die Erosionsanfälligkeit. Außerdem müssen die Bauern einen Fruchtwechsel einhalten.

Das heißt, die Baumwolle wird im Wechsel mit anderen Kulturen angebaut. Dies dient ebenfalls der Bodenpflege und beugt der Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten vor. Auch die gleichzeitige Aussaat anderer Pflanzen vermeidet unnötigen Spritzmitteleinsatz. So werden zum Beispiel in Westafrika Sonnenblumen um die Baumwollfelder gepflanzt. Diese ziehen Schädlinge wie den Baumwollkapselkäfer an und verhindern so einen Befall der Baumwollpflanzen.

Bio-Baumwolle wird von Hand geerntet. Chemische Entlaubungsmittel sind verboten. Untersagt ist auch die Verwendung gentechnisch veränderter Pflanzen. Mit dem Kauf eines einzigen Baumwoll-T-Shirts aus biologischer Baumwolle bewahrt man rund sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und Kunstdünger.

Naturfasern: Modal und Lyocell/Tencel

Im Gegensatz zu chemischen Stoffen wie Polyester werden bei der Herstellung von natürlichen Stoffen die Pflanzenfasern meist aufgelöst und zu einem Zellulosebrei verarbeitet, aus dem dann Fäden gepresst werden. Schon etwa seit 1900 ist dieses Verfahren bekannt. Bei der Herstellung von Viscose wird der Brei aus Holz gewonnen, allerdings braucht man für das Verfahren so viele Zusätze, dass Viskose als Chemiefaser gilt. Das deutsche Unternehmen Lenzing hat jedoch ein umweltschonendes Verfahren entwickelt und sich das Siegel ECO Vero Viskose patentieren lassen:

  • LENZING™ ECOVERO™ Fasern werden aus nachhaltigem Holz und Zellstoff gewonnen und stammen aus zertifizierten und kontrollierten Quellen.
  • LENZING™ ECOVERO™ Fasern wurden mit dem EU Ecolabel ausgezeichnet, einem Umweltzeichen, das an Produkte und Dienstleistungen vergeben wird, die während ihres gesamten Lebenszyklus hohe Umweltstandards erfüllen: von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, dem Vertrieb und die Entsorgung.

Als zweite Generation der Zellulosefasern gilt Modal, das meist aus Buchenholz gewonnen wird. In einem verbesserten Verfahren wurden die Fasern fester. Nun haben Hersteller zudem einen Weg gefunden, Holz schonender zu verarbeiten. Der Zellstoff wird mit ungiftigen Lösungsmitteln und ohne Natronlauge aufgelöst. Zur dritten Generation der Zellulosefasern zählt Lyocell, ein Stoff aus Eukalyptus - oder Buchenholz. Zwar sind auch dafür Anbauflächen nötig, die man ebenso für Nahrungspflanzen nutzen könnte – aber weniger als für Baumwolle. Eukalyptusbäume wachsen schnell, der Ertrag pro Fläche ist also gut. Hans-Peter Fink, Leiter des Fraunhofer Instituts für Angewandte Polymerforschung in Potsdam, sieht in Lyocell eine umweltfreundliche Alternative zu Viskose. Flachs, Hanf und Bambus eignen sich ebenfalls für den Zellulosebrei, und offenbar auch Bananenpflanzen oder Soja, wie neuere Versuche zeigen.

MODAL

Modal ist eine moderne Faser, bekannt als "die bessere Viskose". Modalfasern werden wie Viskose zu 100 Prozent aus Zellulose gewonnen, also aus Pflanzenfasern, und gehören somit zu den zellulosischen Chemiefasern. Der Unterschied zu Viskose liegt im Spinnverfahren, das unterschiedliche Eigenschaften des fertigen Stoffs mit sich bringt. So sind Modalstoffe im Vergleich zur Viskose, Baumwolle oder anderen Stoffen, glatter, saugfähiger, hitzebeständiger und haben eine höhere Festigkeit.

LYOCELL

Lyocell, auch als Tencel bekannt, ist ein leichtes, fließendes Material, das an Seide erinnert. Es wird aus dem Holz des asiatischen Eukalyptus gewonnen und ist hautfreundlich und atmungsaktiv. Bei der Herstellung werden keine giftigen Stoffe verwendet und das Material ist biologisch abbaubar.

LEINEN

Leinen wird aus den Bastfasern des Gemeinen Leins gewonnen, auch Flachs genannt. Die in Europa heimische Pflanze ist sehr robust und benötigt weder Pestizide noch Düngemittel. Kleidung aus Leinen ist strapazierfähig, hautfreundlich und hat vor allem eine  sehr gute Feuchtigkeitsregulierung.

Wolle

Schafwolle zu Kleidung zu verarbeiten hat eine lange Tradition. Wolle war lange ein kostbares Material, das sich nur vermögende Menschen leisten konnten. Heutzutage wird Schafwolle in großem Stil vor allem aus Neuseeland und Australien importiert. Jährlich produzieren laut der International Wool Textile Organisation (IWTO) mehr als eine Milliarde Schafe weltweit mehr als eine Million Kilogramm Wolle. Wolle wird aus dem Fell von Schafen oder Lämmern gewonnen, indem dieses mindestens einmal jährlich geschoren oder ausgekämmt wird (meist im Frühsommer). Die Qualität von Schafwolle orientiert sich an den Körperregionen des Tieres. Die hochwertigste Wolle stammt von den Seiten, dem Rücken und den seitlichen Halspartien der Schafe.

  • Reiner Schurwolle: vom gesunden, lebenden Schaf, keine recycelte Wolle
  • Reißwolle: weniger hochwertig als Schurwolle; wird aus Halb- und Fertigprodukten durch Reißen gewonnen
  • Sterblingswolle: Wolle von verendeten Schafen
  • Lambswool: erste Schur der Lämmer

Schaf-Rassen werden nach Charakter der Wolle unterteilt. Merinowolle von den Merinoschafen etwa ist eine besonders feine Schafwollqualität, die daher oft für Unterwäsche und Sportkleidung verwendet wird. Die Wolle von europäischen und deutschen Schafen wird auf Grund ihrer gröberen Struktur meist eher für Jacken, Decken und Bettwaren verwendet.

WEITERE TIERHAARE

Auch die Haare vieler anderer Tierarten nutzen wir, um daraus Kleidung herzustellen. Kamel, Yak, Alpaka und Kaschmir etwa gehören zur Gruppe der Edelhaare – sie werden nur zu einem sehr geringen Anteil weltweit gehandelt. Dementsprechend hoch ist der Preis etwa für einen echten Kaschmir-Pulli.

NACHHALTIGE WOLLE

Wolle ist ein einzigartiger, nachwachsender und biologisch abbaubarer Rohstoff. Im Gegensatz zu Kunstfasern wie Polyester gibt Wolle beim Waschen keine winzigen Plastikpartikel ins Meer ab, ist im Prinzip biologisch abbaubar – und sie reguliert den Wärmehaushalt des Menschen deutlich besser als synthetische Kleidung. Zudem haben Wollprodukte in der Regel eine lange Lebenszeit und werden weniger und bei geringerer Temperatur gewaschen. Die Naturfaser Wolle wird jedoch in der industriellen Verarbeitung häufig mit Chemikalien behandelt, damit sie mit den Materialeigenschaften synthetischer Materialien mithalten kann. So werden etwa vorbeugend gegen Motten bestimmte Fraßgifte in das Material eingebracht und für eine leichtere Pflege werden die Naturfasern mit Kunstharzen überzogen. Wichtig ist daher eine Zertifizierung der Wolle, die unnötige Chemikalien und tierquälerische Praktiken wie das Mulesing verbietet.

MUELSING

Wie bei der Tierhaltung für die Fleischproduktion, gibt es auch kritische Aspekte in der Tierhaltung für die Wollproduktion. Ein besonders stark kritisiertes Verfahren ist das sogenannte Mulesing, was vor allem in Australien und Neuseeland betrieben wird. Dabei werden den einjährigen Lämmern präventiv Hautstücke im Afterbereich herausgeschnitten – oft ohne Betäubung. Ziel ist es, eine glatte Narbe zu erhalten anstatt einer Hautfalte. Heutzutage sind Schafe nämlich oft so gezüchtet, dass sie viele Hautfalten bilden, um dementsprechend mehr Wolle zu produzieren. Wenn diese faltenreichen, mit viel Wolle bepackten Schafe koten und urinien, bleibt viel Kot und Urin an den Afterfalten in der Wolle hängen. In den vergangenen Jahrhunderten hat sich die Wollmenge pro Schaf durch Züchtungen ungefähr verdoppelt.

Durch das Mulesing sollen die Schafe in dieser eher feuchten, schmutzigen und warmen Körperregion vor Fliegenbefall bewahrt werden. Die Fliegen legen in der Hautfalte der Schafe oft Eier ab. Die daraus schlüpfenden Maden arbeiten sich in die Haut des Schafes und fressen es von innen heraus auf. Sind die Afterfalten durch das Mulesing entfernt worden, sinkt das Risiko für die Schafe. Desweiteren werden die Schafe durch Bäder mit Permethrin getrieben. Diese Chemikalie tötet Insekten und deren Maden und Larven. Permethrin gilt als krebserregend. Leider lässt sich Permithrin in der australischen und neuseeländischen Wolle in erheblicher Menge nachweisen. Schafe in Europa werden weder mulisiert noch permethriniert.

Siegel

Verschiedene Kriterien und Zertifizierungen geben Orientierung, ob die Stoffe unter artgerechter und umweltverträglicher Art und Weise produziert und weiterverarbeitet wurden. Wichtig: Die Begriffe „Bio“, „Öko“ und „Natur“ sind in der Kleidungsindustrie nicht geschützt, d.h. theoretisch kann jeder sie verwenden.

KBT

Die meisten Tiere für die Wollproduktion sind Weidetiere: Sie brauchen Platz und Bewegung. Die kontrolliert biologische Tierhaltung (kbT) gemäß den Richtlinien für ökologischen Landbau regelt die artgerechte Tierhaltung. KbT schreibt unter anderem vor, dass die Tiere große Weideflächen haben, sich natürlich fortpflanzen können, keine Pestizide oder Masthilfen eingesetzt werden – und natürlich ist auch das umstrittene Mulesing verboten.

„NATURTEXTIL“ INV BEST

Besonders hohe Anforderungen: umfasst alle Schritte der Kleidungsproduktion, vom Stall bis zum Verkauf im Ladengeschäft, schreibt zum Beispiel kbT vor.

GOTS

(Global Organic Textile Standards): Regelungen sind weniger streng (nur 70 % des Faseranteils muss aus kbT stammen) und daher ist diese Zertifizierung für Produkte leichter zu erhalten, ab 95 % Bio-Anteil wird der Zusatz „organic“ vergeben. Das GOTS-Zertifikat steht für nachhaltige, sozialverantwortliche und fair produzierte Stoffe. Dabei geht es um die gesamte Wertschöpfungskette, vom Produzenten bis zum Verkauf. GOTS bezieht sich nur auf Naturfasern, wie Baumwolle, Wolle und Seide.

Responsible Wool Standard (RWS)

Standard für den Tierschutz bezogen auf Wollprodukte (u. a. kein Mulesing), umfasst die gesamte Wertschöpfungskette, sagt jedoch nichts über die verwendeten Chemikalien aus.

Das OEKO-TEX® Label

versichert, dass das Produkt frei von schädlichen Inhaltsstoffen und somit für Menschen unbedenklich ist.

LENZING™ ECOVERO™

Die Viskose-Fasern werden aus nachhaltigem Holz und Zellstoff gewonnen und stammen aus zertifizierten und kontrollierten Quellen gemäß den strengen Richtlinien der Lenzing Holz-und Zellstoffpolitik. LENZING™ ECOVERO™ Fasern wurden mit dem EU Ecolabel ausgezeichnet, einem Umweltzeichen, das an Produkte und Dienstleistungen vergeben wird, die während ihres gesamten Lebenszyklus hohe Umweltstandards erfüllen: von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, dem Vertrieb und die Entsorgung.

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